Preisverleihung 

Walter-Serner-Preis für Kurzgeschichten 2021 

Mi 1.12.
19:00 Uhr
7 € / erm. 4 €

Mit dem Autor des Gewinnertexts, Sebastian Ingenhoff, der Gastjurorin Kirsten Fuchs, Anne-Dore Krohn und Nadine Kreuzahler (rbbKultur) sowie Janika Gelinek und Sonja Longolius (Li-Be)

Musik: Atrin Madani und Paul Kleber 

Lesen Sie hier den Siegertext von Sebastian Ingenhoff „Der in Rihannas Instastory geteilt wurde“

​​»Sprich nicht zu oft zu zynisch. Sei es immer.« Walter Serner in »Letzte Lockerung. Manifest dada«

Zum Jahresabschluss dieses schwierigen Jahres brauchen wir Gelächter. Autor*innen waren eingeladen, sich mit unveröffentlichten Kurzgeschichten zu bewerben, die in der erzählerischen Tradition von Walter Serners scharfkantigem und satirischem Humor stehen sollten. »Es wird in der Welt regiert, indem Komödie gespielt wird«, schrieb er und fühlte seiner Zeit und den Zumutungen des urbanen Lebens satirisch und ironisch auf den Zahn. In diesem Jahr suchte die fünfköpfige Jury – bestehend aus der Gastjurorin Kerstin Fuchs, Anne-Dore Krohn und Nadine Kreuzahler (rbbKultur) sowie Janika Gelinek und Sonja Longolius (Li-Be) – Texte, die mit ähnlichen stilistischen und rhetorischen Mitteln unserer Gegenwart beizukommen versuchen. Satire, Parodie, Groteske oder auch der ganz feine Witz: Alles war erlaubt, um unserer Gegenwart mit echtem Lachen oder eben dem, das einem im Halse stecken bleibt, zu begegnen.

 

rbbKultur und Literaturhaus Berlin vergeben den Walter-Serner-Preis 2021 an Sebastian Ingenhoff

Der Walter-Serner-Preis, vergeben von rbbKultur und dem Literaturhaus Berlin, geht in diesem Jahr an Sebastian Ingenhoff für seine Erzählung »Der in Rihannas Instastory geteilt wurde«. Er erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

In »Der in Rihannas Instastory geteilt wurde« erzählt Sebastian Ingenhoff von den medialen Effekten einer Instagram Story. Als die Star-Sängerin Rihanna, die auf Instagram 110 Millionen Follower hat, ein Foto des Erzählers teilt, wird ihm plötzlich viel Aufmerksamkeit zuteil: Unternehmen möchten ihn als Werbeträger buchen, ein Verlag bietet ihm einen Buchvertrag an. Doch Instastories sind nur 24 Stunden verfügbar, und der kurze Augenblick des Ruhms als »der, der in Rihannas Instastory geteilt wurde« entpuppt sich schnell als Strohfeuer.

»Der in Rihannas Instastory geteilt wurde« hat die Jury überzeugt, weil Sebastian Ingenhoff eine mutige und originelle Geschichte über die Sozialen Medien geschrieben hat. Doch es geht noch um viel mehr: Ingenhoff variiert auf moderne Art ein altes Topos und erzählt vom Verstreichen der Zeit und von der Angst vor dem Tod. Seine Erzählung stellt humorvoll und scharfsinnig die Frage nach Wahrheit und Schwindel, indem sie die Schnelllebigkeit der virtuellen Welt und ihre Wirkung auf Biografien thematisiert.

Sebastian Ingenhoff wurde 1978 in Duisburg geboren, hat als Kulturjournalist gearbeitet und für Zeitschriften wie Intro, Spex, Groove und das Missy Magazin Artikel geschrieben. Im Ventil Verlag hat Sebastian Ingenhoff den Roman Ghosting (Frühjahr 2021) und den Kurzroman »rubikon« (Herbst 2006) veröffentlicht. Im Frühjahr 2022 erscheint ein Miniprosa-Band unter dem Titel »Der in Rihannas Instastory geteilt wurde «A boy named Ingebei Strzelecki Books«. Ingenhoff lebt in Köln.

Beim Walter-Serner-Preis 2021 gingen 265 gültige Bewerbungen ein. Gesucht wurden in diesem Jahr unveröffentlichte Kurzgeschichten, die in der erzählerischen Tradition von Walter Serners scharfkantigem und satirischem Humor stehen. rbbKultur und das Literaturhaus Berlin vergeben den Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, jährlich. Gastjurorin 2021 ist die Schriftstellerin Kirsten Fuchs, die auch die Laudatio auf den Preisträger halten wird. In der Jury waren außerdem Sonja Longolius und Janika Gelinek, die Leiterinnen des Literaturhauses, sowie Nadine Kreuzahler (rbb) und Anne-Dore Krohn (rbbKultur).

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Eine Veranstaltung in Kooperation mit rbbKultur

2G Veranstaltung: Bitte kommen Sie geimpft oder genesen und bringen Sie einen Mund-Nase-Schutz mit. Wir freuen uns auf Sie!