Li-Be digital - Festival

Climate Fiction Festival. Tag 3

So 6.12.
13:00 Uhr

4., 5. und 6. Dezember 2020

3 Tage Literatur im Zeichen der Klimakrise

Programm

13:00-14:30
10. Ökodiktatur oder Ökotopia?

Dirk C. Fleck gilt als der Erfinder des deutschen Ökothrillers. Seine ersten Romane sind dystopisch und verstörend, besonders GO! Die Ökodiktatur, die ihm auch heftige Anfeindungen eingebracht hat. Mit den späteren drei Tahiti-Romanen hat er sich indes der Utopie zugewandt. Entscheidend für die Wende war die Begegnung mit der politökologischen Bewegung des Equilibrismus, die den Autor mit dem literarischen Entwurf einer Ökorepublik beauftragten. Wie hat diese Wende von Dystopie zu Utopie Fleck verändert? Und hat wiederumder Equilibrist Eric Bihl bekommen, was er wollte? Wie geht es weiter mit der Idee von der Ökorepublik? Es moderiert Martin Zähringer.

Pause

15:00-16:00  Uhr
11. Brave New Worlds: Neue deutsche Ökothriller

Der Klimawandel als Stoff für dystopische Erzählungen fasziniert Krimiautor*innen immer noch. So wird bei Wolf Harlander der global zu erwartende Mangel an Süßwasser nach dem Dürrejahr 2019 zu einem Horrorszenario: In ganz Deutschland wird um das Wasser gekämpft. Zoë Beck motiviert die Angst vor der totalen Überwachung durch den Staat zu einer futuristischen Vision zwischen Uckermark und einer das Ruhrgebiet verschlingenden Megacity. Wie in der Climate Fiction überhaupt ist auch hier das Verhältnis von Fakt und Fiktion entscheidend: Wie verbinden Beck und Harlander Faktenwissen und Erzähllogik? Diese und weitere Fragen zum Schreiben im Zeichen der Climate Fiction erörtern die Autor*innen im Gespräch mit der Journalistin Thekla Dannenberg.

16:00-17:00 Uhr
12. Vom Bosporus bis Anatolien: Climate Fiction aus der Türkei

Meliz Ergin spricht mit der Autorin Buket Uzuner über deren Umwelt-Romanzyklus Water (2012), Earth (2015) und insbesondere den neuen Roman Air (2020). Die Heldin der Geschichten ist die Investigativ-Journalistin und Umweltaktivistin Defne Kaman, die bisweilen ein riskantes Spiel treibt, wenn sie Umweltskandalen nachgeht. Um diese starke Frauenfigur herum entwickelt die Autorin eine Szene moderner und kritischer Zeitgenoss*innen, die auch ihre sozialen und kulturellen Wurzeln nicht vergessen.

Pause

18:00-19:00 Uhr
13. Fading Landscapes: CliFi & Nature Writing

Die Lyrikerin Marion Poschmann ist bekannt für ihr naturverbundenes literarisches Werk, welches häufig unter dem Label des Nature Writing diskutiert wird. In ihrem neuen Gedichtband »Nimbus« (Suhrkamp 2020) reagiert sie nun verstärkt auf den anthropogenen Klimawandel. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Solvejg Nitzke erläutert die Dichterin ihr Schreiben über intakte, aber auch zunehmend vom Menschen zerstörte Landschaften. Wie beeinflusst die Klimakrise ihre Ästhetik?

19:00-20:00 Uhr
14. CliFi Activism: Fridays For Future in der Literatur

Die ökologische Krise und das Aufbegehren der Jugend stehen im Zentrum von John von Düffels Roman »Der brennende See« (DuMont 2020). Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Anna-Marie Humbert erklärt von Düffel, was es für ihn bedeutet, der jüngeren Generation in ihrem Klimakampf eine Stimme zu geben und wie die deutschsprachige Literatur auf den Klimawandel reagieren kann und vielleicht auch: sollte.

Abschluss

 

Das Climate Fiction Festival bietet Autor*innen und Wissenschaftler*innen eine Bühne, auf der sie ihre Arbeiten vorstellen und ihr gemeinsames Thema diskutieren können: das Klima, seine drastische Veränderung und die Möglichkeit der Literatur, auf die ökologische und gesellschaftliche Krise zu reagieren. Welche Rolle spielen Klima und Klimawandel in der Literatur der Vergangenheit und Gegenwart? Wie reagieren die Autor*innen auf die existentielle Dringlichkeit des Themas? Im Krimi, Thriller, Sci-Fi-Roman, Lyrik oder Sachbuch wird von einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Gegenwart erzählt, werden Dystopien ausgemalt und neue Utopien entworfen.
Das Climate Fiction Festival Berlin ist weltweit das erste mehrtägige Literaturfestival mit dem Schwerpunkt Klimakrise und Literatur. Zur ersten Auflage im Dezember 2020 laden wir Autor*innen und Expert*innen aus Österreich, der Schweiz, Dänemark, Deutschland, der Türkei, England und den USA ein.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und live hier und auf dem YouTube-Kanal des Literaturhaus Berlin zu sehen.

Das Programm findet in englischer und deutscher Sprache mit Simultanübersetzung statt.

 

Das Climate Fiction Festival wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, von der Danish Arts Foundation und von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und findet mit freundlicher Unterstützung der Goethe Institute Kopenhagen und London, des Literaturhauses Zürich sowie des Literaturmuseums Strauhof statt.

Alle Infos zum Festival, den teilnehmenden Autor*innen und dem Programm finden Sie hier

Alle Streams werden nach der letzten Veranstaltung am Sonntag, den 06.12. bis einschließlich Mittwoch, den 09.12. auf YouTube verfügbar sein und zu einem späteren Zeitpunkt in Teilen wieder online gestellt.

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