Julius Meier-Graefe | Ausstellung 10.6.-16.7.17
30 Mai  Dienstag
20:00 h Großer Saal

Die Zukunft des Verlegens / 16

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ES GIBT NOCH KARTEN AN DER ABENDKASSE.

 

Ein spannenderes Verlagsprojekt hat es in den letzten Jahren kaum gegeben. Und selten war ein Name so sprechend wie dieser: Der VERLAG DAS KULTURELLE GEDÄCHTNIS, der gerade sein erstes Programm herausgebracht hat, will kluge, zeitlose und doch vergessene Bücher wieder zugänglich machen. Alte Texte sollen neue Kontexte erhellen. Und an den vier ersten, ausnehmend schön gestalteten Titeln lässt sich rasch ablesen, was damit gemeint ist. »Reise in ein neues Leben« ist der Bericht einer Flucht übertitelt. Es sind die Erinnerungen eines Deutschen, der sich im 18. Jahrhundert auf der Suche nach einem besseren Dasein nach Amerika aufmacht. Voltaires frisch übersetzte Tragödie »Der Fanatismus oder Mohamed« ist ein altersloses Lehrstück über religiösen Fanatismus. Neu ediert und kommentiert wird – drittens – ein komplett erfundener Zeitungsbericht von 1835, der umso mehr Furore machte und also ebenfalls gut in unsere Fake-News-Zeiten passt. Das vierte Buch, das einmal von vorne und einmal von hinten gelesen werden soll, bringt zwei ganz gegensätzliche Texte zur Konfliktlösung zusammen, der eine heißt »Die Regeln des Duells«, der andere »Der Diplomat«.

So spannend wie die Bücher ist die Verlagskonstruktion: Zu dem Unternehmen haben sich als Programmkuratoren vier aus der Bücherszene zusammengetan, die weiter ihren bisherigen Jobs nachgehen: der Publizist und Literaturvermittler Thomas Böhm, der Verleger Peter Graf, der Vertriebsleiter des Cornelsen Verlags Carsten Pfeiffer sowie der Dichter und Übersetzer Tobias Roth. Als Berater und Herausgeber mit dabei ist überdies der Verleger Wolfgang Hörner. Der schöne Leitgedanke des Verlags heißt Astu non vi – »Mit List, nicht mit Kraft«.

Holger Heimann ist Journalist in Berlin. Er arbeitet unter anderem für das Deutschlandradio, das Fachmagazin »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« und die Tageszeitung »Die Welt«.

Eintritt: 5,- / 3,- €

Aktuell

Vorankündigung: Ausstellungseröffnung am 26. Juli 2017, 20 Uhr

»Ich gehöre nirgends mehr hin!«  Stefan Zweigs »Schachnovelle« - Eine Geschichte aus dem Exil
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Das Kulturradio vom rbb und das Literaturhaus Berlin schreiben den Walter-Serner-Preis 2017 aus.

Autorinnen und Autoren sind eingeladen, bis zum 30. September 2017 unveröffentlichte Kurzgeschichten einzusenden, die vom „Leben in den großen Städten“ erzählen.
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