›hier berlin literaturhaus‹ | H.C. Artmann, Nr 40
28 Sep  Donnerstag
20:00 h Großer Saal

Prousts Erben - Großprojekte autobiographischer Prosa

Teil 1: Deutsche Chronisten des 20. Jahrhunderts

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Gerhard Henschel, Rainer Moritz und Beate Tröger sprechen über die autobiographischen Großprojekte von Walter Kempowski, Hermann Lenz und Peter Kurzeck. Moderation: Nadja Küchenmeister

«Die ganze Gegend erzählen, die Zeit!», so ein Motto von Peter Kurzeck in seinem autobiographischen Romanprojekt «Das alte Jahrhundert». Was der Schriftsteller erlebt, wird sogleich Erzählung – die Spaziergänge mit der Tochter Carina ebenso wie das Ringen um den nächsten Satz. Die Armut, nie lässt sie sich abschütteln. Die Kindheit in Staufenberg, nie hört sie auf. Was ist, wird gleich schon nicht mehr sein, und doch bleibt ewig lebendig, was einmal war, solange man davon erzählt.

Walter Kempowski nimmt in seiner «Deutschen Chronik», changierend zwischen Dokumentarischem und Fiktion, nicht nur die Stadt Rostock, in der es schon der Großvater Kempowski als Schiffsmakler zu Ansehen gebracht hat, in den Blick. Er erzählt darüber hinaus auch am Beispiel seiner eigenen Familiengeschichte von den historischen Verwerfungen der Zeit und vom Niedergang des Bürgertums im 20. Jahrhundert.

Eugen Rapp, Protagonist in Hermann Lenz‘ Romanreihe, die ein ganzes Jahrhundert umfasst, steht immer ein wenig nebendraußen. Das Erlebte wird mit Erinnerungen abgeglichen, nicht zuletzt mit Erinnerungen anderer, denn die Vergangenheit zieht schon den jungen Rapp an, der sich Mörike mitunter näher fühlt als seinen Zeitgenossen und nie müde wird das Naturschöne zu beschreiben, als sähe er es immer wieder zum ersten Mal.

An vier Abenden - von September bis Dezember – werden außer diesen Romanfolgen noch die autobiographischen Werke von Mircea Cărtărescu, Warlam Schalamow, Claude Simon, Gerhard Henschel, Karl Ove Knausgård, J.J. Voskuil, Hubert Fichte, Michel Leiris und Friederike Mayröcker im Gespräch mit Autoren, Kritikern und Literaturwissenschaftlern vorgestellt. Moderiert werden die Abende von der Schriftstellerin Nadja Küchenmeister, die diese Reihe auch konzipiert hat.

Teil 2: Krieg und Diktatur im 20. Jahrhundert

 

ES GIBT NOCH KARTEN AN DER ABENDKASSE AB 19.15 UHR.

Eintritt: 5,- / 3,- €