Julius Meier-Graefe | Ausstellung 10.6.-16.7.17
11 Mai  Donnerstag
20:00 h Großer Saal

Oleg Jurjew: Unbekannte Briefe (Roman)

Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod schreibt der Schriftsteller Dobytschin an den allseits bewunderten Literaturkritiker, Übersetzer und Kinderbuchautor Tschukowski. Auch der kleine Moskauer Literat Pryschow schreibt an einen allseits bewunderten Autor, Fjodor Dostojewski, dem Pryschow Vorbild war für eine Figur in seinem Roman »Die Dämonen«. Der wirre Brief ist adressiert an den, der mit ihm aufwuchs, und den, der nun Pryschows Leben als Material benutzt. Der alkoholkranke Pryschow hält sich dabei mit antisemitischen Invektiven gegen Dostojewski nicht zurück – dann wieder sucht er das Verständnis des großen Autors. Schließlich meldet sich auch der kranke und hungrige Jakob Michael Reinhold Lenz bei seinem Gönner Karamsin – wahrscheinlich am Tag seines Todes. Lenzens anrührender Brief wird plötzlich zu einem Brief an den Freund Goethe, dann zu einem Bittbrief an den Vater, dann wieder wendet er sich erneut Karamsin zu. 

Zusammen ergeben die Briefe den Roman »Unbekannte Briefe«, sein Thema ist Tod und Unsterblichkeit. Zugleich ist dieser Roman eine Hommage an die Jahrhunderte des Briefeschreibens. Der Auffinder der Poststücke, der russisch-deutsche Autor Oleg Jurjew, der die Briefe nur übersetzt haben will, ist selbstverständlich ihr Verfasser. »Unbekannte Briefe« ist Jurjews erster auf Deutsch geschriebener Roman. Einführung und Gespräch: Paul Jandl
Eintritt: 5,- / 3,- €