Julius Meier-Graefe | Ausstellung 10.6.-16.7.17
28 Mär  Dienstag
20:00 h Großer Saal

Giedra Radvilavičiūtė: Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole oder: Mein Spiel gegen mich selbst

*
Am Anfang schlafen Mann und Frau aufeinander. Etwas später nebeneinander, doch unter derselben Decke. Noch später schlafen sie zusammen, aber decken sich einzeln zu. Für gewöhnlich beginnen sie gerade in dieser Periode zu bemerken, dass einer eine Eule ist und der andere eine Lerche. Wenn beide dieselbe Musik mochten, dann gefällt sie einem von ihnen nach und nach nicht mehr oder einer von ihnen hört sie zu laut. Beide fangen an, sich über die Maßen hitzig zu streiten, ob Murakami ein talentierter Schriftsteller, ein Handwerker oder eine Speise ist. Noch später, wenn sie Kinder großziehen, gehen sie, wenn Platz dafür ist, in getrennten Betten in getrennten Zimmern schlafen.
[Giedra Radvilavičiūtė]

Giedra Radvilavičiūtė, geboren 1960 in Panevėžyje, Essayistin und Prosaautorin, beendete 1983 ihr Studium der Lituanistik und arbeitete anschließend als Lehrerin und Redakteurin; 1994–1997 lebte sie mit ihrer Familie in Chicago, seitdem wieder in Vilnius. Als Autorin von Erzählungen debütierte sie 1985, ihr eigentlicher Eintritt in die litauische Literatur begann jedoch 1999 mit Essays.

Cornelius Hell, geb. 1956 in Salzburg, 1984–86 Lektor für deutsche Sprache und österreichische Literatur an der Universität Vilnius, danach Verlagslektor, Literaturveranstalter und Feuilleton-Redakteur, lebt als freier Autor, Übersetzer und Literaturkritiker in Wien.

Giedra Radvilavičiūtė liest zusammen mit Cornelius Hell aus ihrem im Corso Verlag erschienenen Buch.
Eintritt: 5,- / 3,- €

Aktuell

Vorankündigung: Ausstellungseröffnung am 26. Juli 2017, 20 Uhr

»Ich gehöre nirgends mehr hin!«  Stefan Zweigs »Schachnovelle« - Eine Geschichte aus dem Exil
[mehr]
*

Das Kulturradio vom rbb und das Literaturhaus Berlin schreiben den Walter-Serner-Preis 2017 aus.

Autorinnen und Autoren sind eingeladen, bis zum 30. September 2017 unveröffentlichte Kurzgeschichten einzusenden, die vom „Leben in den großen Städten“ erzählen.
[mehr]
*