Stefan Zweigs "Schachnovelle" | Ausstellung. Bis 24. Sept. 2017
08 Sep  Freitag
20:00 h Kaminzimmer

Filmprogramm zur Ausstellung

Leporella. 1991

*

Buch und Regie: Dagmar Damek. Mit Jessica Kosmalla, Max Tidorf, Gila von Weitershausen. In Anwesenheit von Dagmar Damek. 75 Min.

Die 39-jährige Magd Crescentia Anna Aloisia Finkenhuber lässt sich aus ihrem Zillertaler Gebirgsdorf abwerben. Der höheren Entlohnung wegen nimmt die unehelich geborene, verknöcherte Jungfer Dienst im Wiener Hause des jungen Lebemannes Freiherr von F. an. Zwar hat das bigotte, strenge alte Mädchen seit Jahren schon das Lachen verlernt, doch nach einem Klaps auf den Hintern, verabreicht vom Hausherrn, ist die dürre Tirolerin dem Freiherrn geradezu hündisch ergeben. Nachdem die ungeliebte Hausfrau für zwei Monate in ein Sanatorium abgereist ist, lebt Crescentia förmlich auf. Der Freiherr bringt ein Mädchen nach dem anderen zur ehebrecherischen Übernachtung mit ins Haus. Kupplerische Lust erwacht in Crescentia. Eine jener leichtlebigen jungen Frauen, eine angehende Operndiva, macht aus dem Freiherrn von F. einen Don Juan. Seine Dienerin Crescentia nennt sie folgerichtig nicht Leporello, sondern Leporella. Nachdem die Hausherrin von der Kur zurückgekehrt ist, entflieht der Freiherr der Ehehölle und vergnügt sich in den Alpen als Jäger. Sein unbeherrschtes Abschiedswort »Da muß einmal ein Ende gemacht werden« nimmt Leporella allzu wörtlich. Während der Abwesenheit des Hausherrn bringt Crescentia die Hausherrin um. Der Polizeiarzt erkennt auf Suizid.
Mit der Sympathie des Freiherrn für Leporella ist es vorbei. Heimgekehrt, ekelt er sich vor ihr und flüchtet für lange Wochen zu Freunden nach Kärnten. Grauen erfasst den Freiherrn nach seiner Heimkehr, als er wohl oder übel wieder mit Leporella unter einem Dach hausen muss. Die Dienstmagd begreift die dauernd beharrliche Abneigung des Gebieters nicht. Als der Freiherr einen Diener einstellt und der auf Betreiben seines neuen Herrn Leporella entlässt, macht sie ihrem Leben mit einem Sprung von der Brücke des Donaukanals ein Ende.

 

Im Rahmen der Ausstellung
»Ich gehöre nirgends mehr hin!« Stefan Zweigs »Schachnovelle« - Eine Geschichte aus dem Exil

Erfahren Sie hier mehr über die Ausstellung

Eintritt: 6.- / 4.-

Aktuell

Das Kulturradio vom rbb und das Literaturhaus Berlin schreiben den Walter-Serner-Preis 2017 aus.

Autorinnen und Autoren sind eingeladen, bis zum 30. September 2017 unveröffentlichte Kurzgeschichten einzusenden, die vom „Leben in den großen Städten“ erzählen.
[mehr]